Alantwurzel

Der echte Alant (Inula helenium) gehört zur großen Pflanzenfamilie der Korbblütler zu der u.a. auch wichtige Heilkräuter wie der Löwenzahn, der Huflattich oder die Ringelblume zugeordnet werden. Die Gattung der Alante (Inula) zählt mehr als 100 Arten, von denen die meisten fast ausschließlich in Europa, teils auch im westlichen Asien und nördlichen Afrika verbreitet sind.

Alant in der Küche

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war der Alant vor allem bei der ärmeren Bevölkerung eine häufig eingesetzte Speisepflanze. Sie wurde häufig als Gemüsebeilage zubereitet und galt als wertvoller Vitamin C Spender, auch wenn der Geschmack aufgrund des hohen Bitterwertes nicht als besonders köstlich galt.

Auch die gemahlenen Wurzeln wurden damals wie auch gelegentlich noch heute als Gewürz verwendet. Der Geschmack kann als deutlich bitter und würzig, mäßig scharf bis leicht rauchig und harzig beschrieben werden. Gewürzt werden und wurden vor allem fettreiche Gerichte und Fleischgerichte. Als Gewürz können gemahlene Alantwurzeln die Verdauung ankurbeln. Gelegentlich erhält man noch kandierte Alantwurzeln, die früher als Delikatesse galten.

Es wird jedoch dazu geraten nur geringe Mengen davon zu verzehren. Zu große Mengen können Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. Alantwurzeln werden heute noch in Kräuterlikören bzw. Verdauungsschnäpsen verarbeitet.

Alant als Heilkraut

Als Heilkraut wird der Alant heute vor allem bei verschiedenen Beschwerden der Lunge sowie vereinzelt als Wurmmittel (Anthelminthikum) verwendet. In der Vergangenheit galt die Pflanze als eines der besten Heilkräuter gegen eine Vielzahl von Beschwerden.

Es gibt zahlreiche Aufzeichnungen darüber, dass der Alant bereits im Altertum verwendet wurde und wohl auch im Mittelalter rege Verwendung fand. Im Kräuterbuch von P. A. Matthioli (16. Jh.) , das zum großen Teil auf den Aufzeichnungen des römischen Feldarztes Dioskurides (1. Jh. n. Chr.) basiert, finden sich einige Anwendungen und Verwendungen für den Alant. Auch für Hildegard von Bingen und Sebastian Kneipp galt der Alant als wichtige Heilpflanze.

Beispielsweise diente ein Sud aus Alantwurzel den Frauen als Heilmittel bei diversen Menstruations-beschwerden. Pulverisierte Alantwurzel in Verbindung mit Honig oder Zucker wurde bei Atembeschwerden, Atemkrämpfen oder sogar bei Schlangenbissen verwendet. Ein so genannter Alantwein, der vor allem früh und abends getrunken wurde, galt als universelles Heilmittel und Stärkungsmittel. In Wein eingelegte Alantblätter wurden damals zur Behandlung von Hüft- und Gliederschmerzen verwendet.

Für die Naturheilkunde spielt ausschließlich die Alantwurzel eine Rolle, die im wissenschaftlichen und anwendungspraktischen Bereich als Inulae radix bezeichnet wird. Die Wurzeln enthalten vor allem ätherische Öle, einige nennenswerte Anteile an Flavonoiden sowie der zu den Polysaccharariden gehörende Stoff Inulin.

Diese Stoffe verleihen dem Alant die folgenden Heilwirkungen:

  • antioxidativ
  • entzündungshemmend
  • blutdrucksenkend
  • auswurffördernd
  • hustenlösend
  • leicht galletreibend (cholagog)
  • anthelminthisch (gegen parasitäre Würmer)
  • diaphoretisch (schweißtreibend)

Alant spielt als Heilkraut zwar auch heute noch eine Rolle, wenngleich es nicht mehr die Bedeutung hat, die es früher einmal hatte. Der Alant wird in der heutigen Zeit vor allem bei folgenden Beschwerden bzw. Krankheiten genutzt:

  • akute und chronische Bronchitis
  • COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
  • grippale Infekte
  • Lungenkatarrh
  • chronischer Durchfall
  • Gallengangsstörungen
  • Hautbeschwerden
  • Reizhusten
  • Harnbeschwerden
  • Mandelentzündung
  • Wurmbefall (unterstützend)

Alant wird heute vor allem bei grippalen Infekten mit starkem Husten sowie chronischen Beschwerden der Lungen verwendet. Es sind hier vermutlich vor allem die ätherischen Öle bzw. so genannte Sesquiterpene und einige weitere Stoffe wie Phytosterole die synergetisch wirken und die lungenreinigenden Effekte hervorrufen.

Die Pflanze hat hier sogar mittlerweile einen so guten Ruf, dass sie nicht selten bei der klassischen Raucherkrankheit COPD empfohlen wird. Alant vermag zwar COPD nicht zu heilen, kann aber viele Beschwerden wie starke Bronchienverschleimung oder Luftnot lindern.

Die gebräuchlichste Darreichungsform ist der Alanttee, bei dem getrocknete und zerkleinerte Alantwurzeln mit heißem Wasser übergossen werden.

Die beste Art der Teezubereitung für dieses Heilkraut ist die Zubereitung eines Aufgusses mit anschließender Teilmazeration. Hierbei wird zunächst ein heißer Aufguss zubereitet, der dann im Anschluss vollkommen erkalten muss. So wird gewährleistet, dass die ätherischen Öle, die stark in der verholzten Struktur der Wurzeln enthalten sind, bestmöglich aus der Zellstruktur herausextrahiert werden.

Zubereitung und Anwendung: Für einen Heiltee aus Alant werden etwa 1,5 bis 2 g geschnittene und getrocknete Alantwurzeln benötigt, die mit 200 ml kochend heißem Wasser übergossen werden. Der Aufguss sollte danach abgekühlt werden und in kleinen Schlucken getrunken werden.

Pro Tag sollten nicht mehr als drei Tassen getrunken werden. Grundsätzlich darf der Tee nicht länger als vier Wochen täglich getrunken werden, da sonst Nebenwirkungen zu erwarten sind.

Neben Alant können bei akuten und chronischen Lungenbeschwerden auch weitere Heilkräuter wie Spitzwegerich und Thymian beigemischt werden.

Nebenwirkungen:

Die medizinische Verwendung von Alant ist mitunter nicht ganz ohne Nebenwirkungen. Menschen, die an einer Allergie gegen Korbblütler leiden, sollten von der Einnahme von Alantprodukten absehen oder die Einnahme zunächst mit einem Arzt oder Apotheker besprechen. Außerdem können bei unsachgemäßem Gebrauch und zu hoher Dosierung Erbrechen, Durchfälle und allgemeine Übelkeit auftreten. Eine vorhergehende Beratung bei einem Arzt oder fachkundigen Naturheilkundler ist daher zu empfehlen.

Quelle: https://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Alant.html

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