Amino Power 99% NNU

Aminosäuren sind die Bausteine des Lebens, aus denen alle Eiweiße zusammengesetzt sind. 23 verschiedene Aminosäuren sind bekannt, 8 davon sind essentiell (lebensnotwendig), d.h. sie müssen dem Körper direkt zugeführt werden, er kann sie nicht aus den anderen Aminosäuren zusammenbauen. Amino Power besteht aus 8 essentiellen, veganen Aminosäuren.

Was bedeutet NNU?

Der NNU-Wert beschreibt, wieviel vom aufgenommenen Eiweiß tatsächlich auch für die Zellerneuerung bzw. den Zellaufbau genutzt werden. Den Eiweiß-Gehalt eines Hühner-Eies zum Beispiel kann der Körper nur zu rund 20% zur Zellerneuerung nutzen. Der Rest wird als Energielieferant genutzt oder über den Stoffwechsel wieder ausgeschieden. Je höher also der NNU-Wert ist, desto besser lässt sich das Protein vom Körper verwerten.

Unterschied zwischen NNU-Wert und Bioverfügbarkeit

Wie bereits beschrieben zeigt der NNU-Wert den Anteil der zum Zellaufbau verwertbaren Proteine. Die Bioverfügbarkeit allerdings, zeigt an wieviel Prozent des Proteins im allgemeinen aufgenommen werden kann ohne die Nutzung des Proteins dabei zu beachten. Es ist also trotz einer hohen Bioverfügbarkeit möglich, dass die Proteine nicht die gewünschte Wirkung entfalten und als Energielieferant über den Stoffwechseln ausgeschieden werden ohne auch nur eine Zelle aufgebaut zu haben.

Aufgaben und Funktion von Aminosäuren

Aminosäuren übernehmen u.a. wichtige Funktionen im Herz-Kreislaufsystem. Eine wichtige Aminosäure für das Herz-Kreislaufsystem ist die essenzielle Aminosäure Lysin. Lysin ist als Baustein des Kollagens u.a. ein wichtiger Bestandteil der Gefäßwände. Diese Aminosäure trägt daher zur Stabilität und Festigkeit der großen und kleine Blutgefäße bei.

Den Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin (die zusammen als BCAA = Branched Chain Amino Acids bezeichnet werden), kommt eine bestimmte „regenerierende“ Funktion zu. Werden diese drei Aminosäuren gleichzeitig genommen, können verbesserte Regeneration und Leistungssteigerungen eintreten. Daher ist diese Aminosäuren Kombination vor allem bei Sportlern beliebt.

Auch sportlich aktive Menschen können von der zusätzlichen Verabreichung der genannten Aminosäuren profitieren und damit ihre Leistungsfähigkeit unterstützen.

Neurologisch interessant sind einige Aminosäuren, weil sie biochemische Vorstufen von Neurotransmittern sind. Zu diesen neurotropen Aminosäuren gehört Tryptophan, das nach der Umwandlung zu 5-Hydroxytryptophan (5-HTP) zu Serotonin weiterverarbeitet wird. Aus Phenylalanin und Tyrosin stellt der Körper Dopamin und daraus wiederum Noradrenalin sowie Adrenalin her. Alle Botenstoffe des Nervensystems, die aus Tyrosin gebildet werden, nennt der Arzt Katecholamine.

Neurotrope Aminosäuren waren bis in die 1990er Jahre hinein gängige Pharmaka in Psychiatrie und Neurologie. Durch die Supplementierung mit den Transmitter-Vorstufen sollte auch der Spiegel der daraus entstehenden Botenstoffe angehoben werden. Nach und nach wurden die biogenen Verbindungen durch synthetische Psychopharmaka ersetzt. Besonders der Einsatz von Antidepressiva hat die neurotropen Aminosäuren verdrängt. Naturheilmediziner und auch einige Schulmediziner besinnen sich neuerdings wieder auf die alte, schonende Methode.

Leucin

Weizenkeime und Erdnüsse sind ebenso reich an Leucin wie Thunfisch und Rinderfilets. Ein Mangel an der lebensnotwendigen Aminosäure kann Abgeschlagenheit und Müdigkeit zur Folge haben.

Eine ausreichende Vitamin B6-Zufuhr ist für die optimale Leucin-Nutzung ebenfalls nötig, da die Aminosäure sonst nicht verstoffwechselt werden kann und es in der Folge, trotz ausreichender Leucin-Zufuhr, zu einem Mangel kommt.

Hohe Dosierung von Leucin durch die zusätzliche Aufnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kann den Transport wichtiger Aminosäuren zum Gehirn behindern. Personen, die an Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Migräne leiden, sollten daher keine BCAA-Präparate einnehmen.

Leucin ist am Aufbau neuer Gewebe beteiligt, vor allem der Proteinstoffwechsel in Muskulatur und Leber ist von den BCAAs abhängig. Gleichzeitig hemmt die essentielle Aminosäure Leucin auch den Abbau des Muskelgewebes und fördert Heilungsprozesse.

Bei einem erhöhten Bedarf, etwa während einer Fastenkur oder bei extremer sportlicher Anstrengung, kann freies Leucin rasch zur Energiegewinnung genutzt werden. Diese Bereitstellung von Energiereserven beugt einer zu starken Abnahme von Glukose vor, damit dem Gehirn und den Muskeln weiterhin für Notfälle genügend Traubenzucker zur Verfügung stehen.

Leucin stimuliert die Ausschüttung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse, wodurch nicht nur der Blutzuckerspiegel reguliert, sondern auch die Aufnahme von Aminosäuren in die Muskelzellen beschleunigt wird. Dies hat ebenfalls positive Auswirkungen auf den Muskelaufbau und senkt zusätzlich die Freisetzung des Stresshormons Cortisol.

Leucin wirkt sich, ebenso wie die beiden anderen BCAAs, positiv auf die Somatotropin-Ausschüttung aus. Dieses Wachstumshormon, auch STH genannt, fördert während der Kindheit und Jugend das Längenwachstum und hat dabei positive Wirkungen auf alle Organe, vor allem aber auf die Muskulatur und die Knochen. Auch in Zeiten nach Verletzungen, bei psychischem Stress oder in Trainingsphasen wird vermehrt Somatotropin ausgeschüttet, um den erhöhten Energieumsatz auszugleichen.

Bei Erwachsenen reguliert das Wachstumshormon in der Regel das Verhältnis zwischen Muskelmasse und Fettanteil, indem es die Bereitstellung freie Fettsäuren (aus den körpereigenen Depots) zur Energiegewinnung fördert.

Diät-bewusste Personen sollten möglichst auf eine ausreichende Leucin-Aufnahme achten, da hierdurch gleichzeitig der Muskelabbau verhindert und der Fettabbau gefördert wird. Der Grundumsatz wird außerdem insgesamt gesteigert. Nehmen Betroffenen während der Diäten und Fastenkuren zu wenig BCAAs zu sich, so ist das Gegenteil der Fall: Sie verlieren an Muskelmasse, während der Fettanteil nur langsam sinkt.

Wichtig ist eine ausreichende Leucin-Aufnahme darüber hinaus bei unterschiedlichsten Krankheiten, die die Muskulatur, die Leber oder die Gelenke betreffen. Hier kann eine optimal angepasste BCAA-Gabe die Heilung beschleunigen und Symptome lindern.

Leucin ist Ausgangsbaustein der nicht essentiellen Aminosäure Glutaminsäure, die ihrerseits ebenfalls an vielen lebenswichtigen Stoffwechselreaktionen beteiligt ist.

Professionelle Kraft- und Ausdauersportler, die durch die gezielte Aufnahme von Leucin beziehungsweise den drei BCAAs ihren Muskelaufbau und die Energieleistung steigern möchten, sollten immer auf eine ausgewogene protein- und kohlenhydratreiche Ernährung achten.

Wird nämlich Leucin isoliert von anderen Aminosäuren aufgenommen, so kann dies den Muskelaufbau sogar zeitweilig stoppen. Werden dem Körper vor dem Training ausschließlich BCAAs zugeführt, so kann die Harnstoffkonzentration empfindlich ansteigen. Deshalb ist immer auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Valin

Zwar ist Valin nur in geringen Mengen (etwa zu fünf bis acht Prozent), dafür aber in fast jedem Protein vorhanden.

In der Muskulatur ist der Valin-Anteil besonders hoch. Vor allem Hülsenfrüchte, Getreide, Geflügel und Rindfleisch sind Lebensmittel mit sehr hohem Valin-Gehalt, gleiches gilt für Lachs, Eier und Walnüsse.

Eine Mangelernährung der lebenswichtigen Aminosäure führt nicht nur zu Wachstumsstörungen, sie kann auch eine Überempfindlichkeit auf Berührungsreize und schmerzhafte Krämpfe auslösen. Die Muskulatur kann verstärkt abgebaut werden, ebenso ist eine gestörte Bewegung die mögliche Folge, wenn zu wenig Valin über die Nahrung aufgenommen wird.

Valin hat (ebenso wie die beiden anderen verzweigtkettigen Aminosäuren Leucin und Isoleucin) eine wichtige Funktion beim Proteinaufbau: Indem Valin die Insulinausschüttung anregt, sorgt es nicht nur für eine Regulation des Blutzuckers, sondern zusätzlich für eine schnelle Aufnahme aller Aminosäuren in die Muskulatur und die Leber.

Studien haben allerdings gezeigt, dass die isolierte Einnahme der verzweigtkettigen Aminosäuren den Muskelaufbau stören kann. Wissenschaftler raten daher dazu, die BCAAs immer auch mit anderen Aminosäuren zu kombinieren, so wie es in proteinreichen Lebensmitteln der Fall ist.

In Hungerphasen und bei lang anhaltender körperlicher Anstrengung dient Valin als Energiequelle. Denn wenn sowohl die Kohlenhydratreserven als auch die Fettspeicher aufgebraucht sind, kann aus der Aminosäure die energiereiche Glukose gebildet werden.

Vor allem Ausdauer- und Kraftsportler haben daher einen erhöhten Bedarf an den verzweigtkettigen Aminosäuren. Da kurz nach einer proteinreichen Mahlzeit die BCAAs als erste Aminosäuren ins Blutplasma und in die Muskeln aufgenommen werden, kann der Körper diese bei einer anschließenden sportlichen Betätigung direkt verwerten.

Erst wenn nicht mehr genügend freies Valin vorhanden ist, kommt es zum Proteinabbau des Muskelgewebes. Auch während körperlicher Stresssituationen (etwa nach Operationen oder Verletzungen), beugt Valin einem erhöhten Proteinabbau vor. Dies wiederum hat den positiven Effekt, dass Wunden schneller abheilen und auch der Körper durch die Wirkung der BCAAs in dieser kritischen Phase widerstandsfähig gegenüber Infektionen bleibt.

Unterschiedliche Studien haben gezeigt, dass Valin die Ausschüttung des Wachstumshormons Somatotropin (STH) fördert. Dieses wiederum ist nicht nur für das Längenwachstum während der Pubertät wichtig, es begünstigt zusätzlich die Aminosäureverwertung in Muskeln, Leber und Knochen. Gleichzeitig regt Somatotropin den Fettabbau an.

Im Zentralnervensystem wirkt Valin außerdem als wichtige Vorstufe der Botenstoffe, die Informationen und Reize von einer Nervenzelle auf die andere übertragen. So ist Valin beispielsweise Ausgangsstoff für die Synthese von Glutamin, dem wichtigsten erregenden Botenstoff in Gehirn und Rückenmark.

Isoleucin

Besonders reich an Isoleucin sind, neben Fleisch- und Fischprodukten, auch Nüsse und Hülsenfrüchte. Isoleucin, als wichtiger Bestandteil der Muskeleiweiße, ist darüber hinaus in vielen anderen Proteinen in unterschiedlicher Menge vorhanden.

Besonders Kraft- und Ausdauersportler wissen Isoleucin und die beiden anderen BCAAs zu schätzen, da diese Proteine erst einen gezielten Muskelaufbau ermöglichen, gleichzeitig sind die verzweigtkettigen Aminosäuren aber auch an der Neusynthese aller anderen Proteine maßgeblich beteiligt.

Bei starker körperlicher Anstrengung kann Isoleucin als Energielieferant dienen, sobald die freien Glukosereserven des Organismus aufgebraucht sind. Dabei wird es über mehrere Zwischenstufen zur Glukoseneubildung herangezogen. Aber auch bei geringer körperlicher Belastung ist eine ausreichende Isoleucin-Zufuhr nötig, da die BCAAs für den Erhalt und die regelmäßige Regeneration der Muskelgewebe laufend benötigt werden.

Weiterhin ist Isoleucin an der Hormonregulation des Organismus beteiligt. So stimuliert die Aminosäure etwa die Ausschüttung von Insulin, was die Aufnahme von Glukose und Aminosäuren aus dem Blutkreislauf in die Muskelzellen anregt. Dies wiederum ist nicht nur für die Regulation des Blutzuckerspiegels, sondern auch für eine rasche Energiegewinnung nötig. Auch das Wachstumshormon Somatotropin wird durch Isoleucin aktiviert.

Dies ist nicht nur für Wettkampfsportler wichtig. Denn auch durch psychischen Stress oder Verletzungen baut der Körper vermehrt Proteine ab.

Eine Aufnahme von Isoleucin-reichen Nahrungsmitteln kann dem entgegenwirken, denn auch in diesem Fall fördern BCAAs die Insulinausschüttung und damit die Aufnahme aller Aminosäuren in die Zellen, die dort für den erneuten Proteinaufbau genutzt werden können.

So heilen Wunden leichter ab, was noch dadurch intensiviert wird, dass das Immunsystem durch eine ausreichende Isoleucin-Zufuhr gestärkt wird. Während der Genesung und bei Erkrankungen wie Leberzirrhose, Schizophrenie oder der Stoffwechselstörung Phenylketonurie zeigt eine gezielte BCAA-Zufuhr nachweislich Erfolge.

Während jeder Art von Diät ist eine ausreichende Aufnahme der verzweigtkettigen Aminosäuren Isoleucin, Leucin und Valin dringend anzuraten, da sonst nicht nur Fettgewebe, sondern auch Muskelmasse in starkem Maße abgebaut wird.

Weniger Muskulatur hat aber ein Absinken des Grundumsatzes zur Folge, was wiederum die täglich benötigte Kalorienmenge verringert. Hierdurch verzögert sich der Fettabbau, so dass die Diät weniger Wirkung zeigt als erwünscht.

Allgemein kann ein Isoleucin-Mangel zu Muskelschwäche und Antriebslosigkeit führen. Eine alleinige BCAA-Aufnahme hingegen, ohne auf eine ausgewogene Ernährung zu achten, kann allerdings auch negative Folgen haben: Gerade das systematische Schlucken von BCAA-Präparaten vor einem Ausdauertraining oder Wettkampf führt leicht zu einer Überproduktion von Harnstoff. Deshalb ist es wichtig, bei einer gezielten Aufnahme der Aminosäuren immer ausreichend zu trinken, um das Stoffwechselendprodukt rasch auszuscheiden. Auch kann der Proteinstoffwechsel gestört werden, wenn Sportler ausschließlich auf eine zusätzliche Zufuhr von BCAAs achten, ohne auch andere Aminosäuren aufzunehmen.

In Verbindung mit einer besonders fetthaltigen Ernährung kann ein Übermaß an Isoleucin möglicherweise eine Insulinresistenz begünstigen.

Lysin

Die basische Aminosäure ist wichtiger Baustein unterschiedlichster Proteine. Enzyme, Transportproteine im Blutplasma, Antikörper und Hormone zählen ebenso dazu wie Strukturproteine von Knochen, Haut und Sehnen oder die für die Muskulatur charakteristischen Eiweiße Aktin und Myosin.

Lysin kommt besonders häufig in tierischen Lebensmitteln vor, aber auch Sojabohnen und Linsen enthalten die Aminosäure in großen Mengen.

Bedarf

Der tägliche Bedarf eines gesunden Erwachsenen liegt bei etwa 15 mg Lysin pro Kilogramm Körpergewicht. In der Wachstums-Phase braucht der Mensch viel mehr, weil die Aminosäure ein Bestandteil vieler Eiweiße ist.

So müssen Babies sogar bis zu 100 mg/kg Lysin am Tag aufnehmen und Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren 60 mg/kg. 10- bis 12-Jährige sollten immerhin noch 45 mg/kg Lysin mit der Nahrung erhalten.

Eine Lysin-Mangelernährung führt verstärkt zu Infektionen, kann aber auch Haarausfall und Wachstumsstörungen zur Folge haben. In den Industrie-Ländern tritt eher eine Überdosierung auf, die allerdings nicht bedrohlich ist. Im Extrem-Fall kommt es zu Magen-Darm-Störungen. Dies ist aber erst der Fall bei Mengen von 15 bis 40 g pro Person und Tag.

Lysin für das Bindegewebe

Unentbehrlich ist Lysin unter anderem für die Stabilität von Kollagen im Bindegewebe. Denn: die Aminosäure liegt in diesen Strukturporteinen hydroxyliert vor, sie ist also an speziellen Stellen mit OH-Resten ausgestattet. Diese wiederum sind über Zuckermoleküle miteinander vernetzt, wodurch die für das Kollagen charakteristischen sehr stabilen Glykoproteine entstehen.

Aber nicht nur im Kollagen wird Lysin nach dem Einbau mit zusätzlichen funktionellen Gruppen ausgestattet: Innerhalb der Proteine, um die sich die Erbsubstanz wickelt, liegen spezifische Lysine methyliert vor. Diese zusätzlichen CH3-Reste sind dafür verantwortlich, dass in jedem Entwicklungsstadium der Zelle nur die in dieser Zeit gewünschten Gene abgelesen und die benötigten Proteine gebildet werden.

Lysin in der Therapie

Wissenschaftler sind sich außerdem darüber einig, dass solch veränderte Lysine innerhalb unterschiedlichster Proteine eine weitaus größere Rolle spielen, als dies bisher erforscht ist.

Energiestoffwechsel und Fettverbrennung

Der Körper kann darüber hinaus aus Lysin im Zusammenspiel mit anderen Stoffen das vitaminähnliche L-Carnitin selber herstellen. Dieses wiederum hat eine Schlüsselfunktion bei dem Energiestoffwechsel und der Fettverbrennung.

Lysin, das über den gleichen Transporter vom Blut in die Zellen gelangt wie Arginin, kann die Aufnahme dieser ebenfalls basischen Aminosäure in die Zellen hemmen. Dadurch ist es dem Organismus möglich, das frei im Plasma vorliegende Arginin bei Bedarf sehr rasch in den Botenstoff Stickstoffmonoxid umzuwandeln.

Kalzium Aufnahme

Darüber hinaus beeinflusst Lysin die Aufnahme von Kalzium in Zähne und Knochen positiv. Eine lysinreiche Ernährung kann daher für Patienten mit Osteoporose-Risiko von Vorteil sein.

Herpes

Forscher setzen Lysin auch bei der Behandlung gegen Herpes-Viren ein. Die Aminosäure beschleunigt die Heilung der Lippenbläschen, wie eine kalifornische Studie von 1978 eindrucksvoll beweist.

Arteriosklerose

Nächster Punkt: Das Lipoprotein A transportiert wasserunlösliche Stoffe im Blut, kann aber (in zu hoher Konzentration), die Gefäßwände „verkleben“ (Arteriosklerose) und so zu Herz-Kreislaufproblemen führen. Lysin wirkt dem entgegen, indem es die Anheftung an die Arterienwände verhindert und bereits bestehende Lipoprotein-Plaques entfernt.

So gilt Lysin als wirksames Mittel gegen Arterienverkalkung, was in unterschiedlichen Studien nachgewiesen wurde, so etwa 1996 durch die an alternativen Heilmethoden interessierten Wissenschaftler Dr. Matthias Rath und Dr. Aleksandra Niedzwiecki.

Phenylalanin

Wie bei allen biogenen Aminosäuren existiert Phenylalanin in Organismen nur in der linksdrehenden L-Form. L-Phenylalanin dreht die Polarisations-Ebene polarisierten Lichtes unter definierten Bedingungen nach links, also gegen den Uhrzeigersinn. Die rechtsdrehende Aminosäure D-Phenylalanin wird technisch synthetisiert und hat medizinische Bedeutung.

Da wir die Aminosäure über die Nahrung aufnehmen müssen, gilt sie als essentiell. Die Aminosäure enthält einen aromatischen Ring, wodurch sie äußerst energiereich ist. Phenylalanin ist Baustein sehr vieler Proteine, so dass die Aminosäure in fast allen eiweißhaltigen Lebensmitteln zu finden ist.

Besonders häufig kommt Phenylalanin in Gemüse (allen voran Soja, Karotten und Tomaten), in Nüssen und Weizenkeimen vor, aber auch Milchprodukte, Fleisch und Fisch sind reich an Phenylalanin. Ein Phenylalanin-Mangel, der durch Fehlernährung oder lang anhaltenden Stress ausgelöst wird, kann zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen.

Ein Stress-bedingter Mangel an der Aminosäure hängt damit zusammen, dass Phenylalanin Ausgangsstoff vieler Substanzen ist, die bei körperlicher und seelischer Belastung vermehrt gebildet werden. Dazu wird aus Phenylalanin in unserer Leber die Aminosäure Tyrosin synthetisiert, die der Körper nicht selbst herstellen kann.

Der Tagesbedarf an Phenylalanin beträgt bei gesunden Menschen 14 mg pro kg Körpergewicht. Erhöht ist der Bedarf bei Belastungen durch unterschiedliche Lebensumstände. Zu diesen Stress-Faktoren gehören intensive körperliche Aktivität, starke Schmerzen und Krankheiten wie Morbus Parkinson.

Auch bei Alkoholentzug und Depressionen braucht der Körper ebenfalls größere Mengen Phenylalanin. Bei den neurologischen Störungen besteht ein Zusammenhang zwischen der Versorgung mit Phenylalanin und der Neurotransmitter-Synthese.

Tyrosin ist ebenfalls mit einem aromatischem Ring ausgestattet und wird unter anderem zur Bildung unterschiedlicher Hormone benötigt. So ist die Aminosäure Ausgangs-Substrat für die Synthese der Schilddrüsenhormone Thyroxin und Trijodthyronin.

Diese Botenstoffe steuern Wachstum und Entwicklung sowie die Stoffwechsel-Aktivität. Andere Stoffwechselwege generieren aus Tyrosin und Phenylalanin die Katecholamine Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin. Sie haben für den Organismus eine wichtige Funktion für die Leistungsfähigkeit , den Blutdruck und den Blutzucker sowie die Gefühlswahrnehmung. Daneben kann der Körper aus den beiden verwandten Aminosäuren das dunkle Farb-Pigment Melanin bilden.

Patienten, die an der Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie (PKU) leiden, können kein Tyrosin aus der Aminosäure Phenylalanin synthetisieren, da ihnen hierfür nötige Enzyme fehlen. Bei der typischen Form der Erkrankung ist dies die Phenylalaninhydroxylase, die Phenylalanin in Tyrosin umwandelt.

Die Stoffwechselerkrankung PKU wird autosomal-rezessiv vererbt und betrifft etwa einen von 8.000 Säuglingen. Erhalten die Kinder keine besondere eiweißarme Diät, so reichern sich Phenylalanin und deren Abbau-Produkte im Körper an, die schwere Entwicklungsstörungen verursachen. Durch die Akkumulation von Phenylalanin hilft sich der Organismus beispielsweise mit der Umwandlung der Aminosäure zu Phenylbrenztraubensäure. Daher stammt die Bezeichnung des Krankheitsbildes. Wird die PKU hingegen rechtzeitig diagnostiziert, so ist, bei strenger Einhaltung des Ernährungsplans, die geistige Entwicklung und Lebenserwartung nicht beeinträchtigt.

Der synthetisch hergestellte Süßstoff Aspartam, der vielen Diätprodukten, aber auch zuckerfreien Kaugummis, zugesetzt ist, wird unter anderem aus der Aminosäure Phenylalanin hergestellt. Unser Körper zersetzt den umstrittenen Süßstoff, der nicht nur abführend wirkt, sondern zusätzlich für Befindlichkeitsstörungen und ein erhöhtes Krebsrisiko verantwortlich gemacht wird, in seine Bestandteile: 50 Prozent Phenylalanin, 40 Prozent Asparaginsäure und 10 Prozent Methanol.

Da Patienten mit PKU (die ja auf jeden Fall eine phenylalaninarme Diät einhalten müssen) in Light-Limonaden und Hustenbonbons nicht unbedingt Proteine vermuten, ist es laut EU-Verordnung vorgeschrieben, alle Nahrungsmittel, die Aspartam enthalten, mit einem Warnhinweis zu kennzeichnen. Dadurch erklärt sich der Satz auf vielen Verpackungen von Diät-Produkten: „Enthält eine Phenylalaninquelle“.

In diesen Fällen ist die Dosis zu reduzieren oder zu unterlassen. Bei Phenylketonurie ist Phenylalanin in jeder Form kontraindiziert.

Threonin

Besonders reich an Threonin sind Schweine- und Rindfleisch sowie Süßwasserfische. Unter den pflanzlichen Lebensmitteln sind Erbsen, Sojabohnen, Nüsse, Spirulina und Chlorella die besten Lieferanten der Aminosäure.

Bedarf

Der tägliche Bedarf wird bei 15 mg Threonin pro kg Körpergewicht angesiedelt. Größere Mengen brauchen Menschen mit Lebererkrankungen und neurologischen Beschwerden wie Multipler Sklerose und psychiatrischen Krankheitsbildern sowie Krampfleiden. Aber Fragen Sie mal, welche dieser Patientengruppen mit dieser Aminosäure behandelt werden!

Nehmen wir über lange Zeit zu wenig Threonin auf, so kann das zu Müdigkeit und Abgeschlagenheit führen. In schweren Fällen kann ein Threonin-Mangel während der Kindheit aber auch zu einem verzögerten Knochenwachstum führen.

Zudem kann es bei zu wenig Threonin in der Nahrung zu Gewichtsverlust und sogar zur Entstehung einer Fettleber kommen. Gefährlich ist auch eine beeinträchtigte Immun-Funktion durch Threonin-Mangel, wodurch die Infekt-Anfälligkeit steigt und sogar das Krebs-Risiko wächst. Daneben kann ein Defizit an der Aminosäure Glycin vorkommen, die aus Threonin gebildet wird. Glycin ist nicht nur proteinogen, sondern auch ein Neurotransmitter. Fehlt er, resultieren Störungen der Reizleitung und damit neurologische Erkrankungen.

Damit Threonin optimal im Körper wirken kann, müssen Magnesium, Vitamin B3 und Vitamin B6 ebenfalls in ausreichenden Mengen vorhanden sein.

Kommt es zum Beispiel durch Gabe von Aminosäuren oder Threoningaben (Nahrungsergänzungsmittel) zu einem starken Threonin-Überschuss, so produziert unser Körper zu viel Harnsäure. Zu viel Harnsäure im Blut kann aber, vor allem bei gleichzeitig geringer Flüssigkeitsaufnahme, in extremen Fällen zu Gicht führen.

Threonin ist wichtiger Baustein in vielen Eiweißen wie dem Kollagen des Bindegewebes Das Faser-Protein ist eine wichtige Stütz-Substanz der Knochen und Zähne, aber auch der Sehnen und Bänder.

Auch sind Muzine reich an Threonin. Diese Glykoproteine, bilden den Schleim aller Schleimhäute und schützen beispielsweise vor starken Säuren (etwa im Magen) und anderen chemischen Substanzen. Threonin hat vermittels seiner Hydroxylgruppe im Molekül für diese protektive Funktion entscheidende Bedeutung.

Darüber hinaus ist Threonin wichtiger Baustein der Antikörper. In diesen, für Abwehrreaktionen wichtigen Proteinen, liegt es meist in leicht abgeänderter Form mit einem zusätzlich angehängten Zuckerrest vor, was für die korrekte Funktion der Antikörper sehr wichtig ist.

Threonin ist Bestandteil vieler Enzyme. Hier hat die Aminosäure nicht nur die Aufgabe, die dreidimensionale Struktur des Proteins zu erhalten, sondern auch regulatorische Eigenschaften. Durch Phosphorylierung der Threonin-Seitenkette wird die katalytische Funktion vieler Enzyme aktiviert oder deaktiviert. Dabei werden Phosphat-Gruppen an das Protein angehängt. In welche Richtung die Enzym-Aktivität beeinflusst wird, hängt vom jeweiligen Enzym ab. Die Enzyme, die die Phosphorylierung anderer Enzyme (und anderer Verbindungen) ermöglichen, werden Kinasen genannt. Die Threonin-Kinasen greifen am Threonin an.

Viele dieser spezifischen Funktionen der Aminosäure sind noch nicht genauer untersucht und nur in Grundzügen bekannt. Es steht aber fest, dass Threonin für das Wachstum und den Harnsäurestoffwechsel entscheidend ist. Unbestritten ist auch die Bedeutung der Aminosäure für die Steuerung des Stoffwechsels und die Aktivität des Immunsystems.

Methionin

Methionin kommt besonders häufig in Fisch und grünem Gemüse, wie Brokkoli, Spinat und Erbsen, aber auch in Fleisch und Reis vor.

Ein langanhaltender Mangel an Methionin kann Angstzustände und Depressionen herbeiführen. Der im Methionin enthaltene Schwefel kann sehr starke Disulfidbrücken aufbauen, weshalb die Aminosäure in Proteinen oft für eine sehr stabile Struktur sorgt.

Aber die Aminosäure ist nicht nur wichtiger Bestandteil vieler Proteine. Methionin spielt darüber hinaus in vielen Stoffwechselprozessen eine wichtige Rolle als Methylgruppen-Donator (CH3).

Dazu muss es erst durch eine Reaktion mit dem energiereichen Adenosintriphosphat (ATP) in S-Adenosylmethionin (SAM) umgewandelt werden. Im Anschluss daran können durch die Abgabe des Methyls viele körpereigene Stoffe synthetisiert werden: So entstehen das Hormon Adrenalin und das für die Kontraktion unserer Muskeln nötige Kreatin durch die so genannte Transmethylierung.

SAM – und damit Methionin – ist aber ebenso wichtig für die Methylierung der DNA. Dabei bleibt die Basen-Reihenfolge des Erbguts unverändert bestehen, einzelne Basen werden lediglich markiert.

Allerdings gelten methylierte DNA-Bereiche als stillgelegt und die dahinter beginnenden Gene werden nicht für die Proteinbiosynthese genutzt.

Dies ist eine Möglichkeit unserer Körpers, nicht in jeder Zelle zu jedem Zeitpunkt alle Gene abzulesen. Würden wir in jeder Zelle alle möglichen Gene ablesen, also alle Proteine bilden, dann gäbe es keine Differenzierung in einzelne Gewebe und Organe. Die Methylierung der DNA-Abschnitte ist aber nicht für immer festgelegt, sondern kann durch bestimmte Enzyme auch rückgängig gemacht werden. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass die Zelle sich immer den äußeren Umständen anpasst.

So kann das Methylierungsmuster – und damit die Lesehäufigkeit bestimmter Gene – in ein und derselben Zelle zu verschiedenen Zeitpunkten variieren.

In Tumorzellen weicht das Methylierungsmuster häufig sehr stark von dem gesunder Zellen des gleichen Typs ab. Die Lesehäufigkeit bestimmter Gene ist also fehlerhaft, was wiederum zu einer anderen Proteinbiosynthese und damit zu der Entartung der Zelle führt.

Auch Enzyme können durch Methylierung in ihren Eigenschaften verändert werden. Dies hat bei unterschiedlichen Enzymen verschiede Auswirkungen: Mal wird die Aktivität durch die Methylierung erhöht, bei anderen Enzymen wird sie gehemmt.

Methionin methyliert auch Histamin, wodurch es das Gewebshormon in seiner Funktion beeinträchtigt. Normalerweise wird Histamin vom Immunsystem freigesetzt, um Krankheitserreger zu bekämpfen. Doch auch bei allergischen Reaktionen schütten die weißen Blutkörperchen es vermehrt aus. Methionin kann daher bei Überempfindlichkeitsreaktionen helfen, den Histaminwert gering zu halten.

Darüber hinaus hat Methionin viele weitere wichtige Funktionen in unserem Organismus: So wirkt es fettlösend und verhindert eine zu starke Fetteinlagerung in die Leber. Methionin fördert außerdem die Entgiftung, indem es die Schwermetall-Ausscheidung steigert. Um das Spurenelement Selen im Körper verwerten zu können, ist ebenfalls freies Methionin nötig.

Methionin wird für jeden Proteinaufbau dringend benötigt, da die beteiligten Enzyme immer die mRNA-Sequenz AUG (also die Basenfolge Adenin, Uracil und Guanin) als Start für die Biosynthese (Translation) nutzen. Dieses Startcodon ist aber gleichzeitig das Triplett, das dem Methionin eines Proteins entspricht. Dieses Start-Methionin aller entstehenden Proteine wird aber häufig anschließend wieder entfernt oder verändert.

Die Aminosäure verschiebt den pH-Wert des Urins in den sauren Bereich. Dies machen sich Mediziner für unterschiedliche Therapien zunutze: So hemmt ein saurer pH das Bakterienwachstum, was bei Blasenentzündungen hilfreich sein kann. Viele Antibiotika wirken außerdem am besten bei pH-Werten zwischen vier und sechs. Auch kann saurer Harn vor der Neubildung von Nierensteinen schützen. Grundsätzlich hält der Autor jedoch niedrige ph Werte für den Körper insgesamt für bedenklich.

Tryptophan

Fleisch, Milchprodukte und Fisch, aber auch Nüsse, Hülsenfrüchten, Schokolade und Bananen sind sehr reich an Tryptophan.

Tryptophan wird für den Aufbau vieler menschlicher Proteine benötigt. So ist es Bestandteil der Muskulatur, aber auch unterschiedlichster Enzyme.

Daneben ist Tryptophan die Vorstufe (Provitamin) von Vitamin B3, der Nicotinsäure. Diese ist sowohl am Eiweiß- und Kohlenhydrat- als auch am Fettstoffwechsel beteiligt. Auch bei der Neubildung von Haaren und Muskeln spielt Vitamin B3 eine wichtige Rolle.

Als NAD (Nicotinsäureamid-Adenin-Dinukleotid) ist es ein wichtiges Coenzym, das im Stoffwechsel an vielen Redox-Reaktionen beteiligt ist. Daneben hat der Vitalstoff Bedeutung für die kognitive Leistungsfähigkeit und erhöht die physische Kondition.

Ausgangsstoff für Serotonin

Darüber hinaus ist diese Aminosäure Ausgangsstoff für Serotonin. Dieses Gewebshormon reguliert viele Funktionen des Herz-Kreislauf-Systems, vor allem den Blutdruck.

In verschiedenen Geweben kann Serotonin aber unterschiedliche Wirkungen auf die Blutgefäße haben. Dies hängt mit den dort vorkommenden Rezeptoren zusammen, an die das Hormon bindet, um dadurch bestimmte Signalprozesse auszulösen.

In Niere und Lunge fördert Serotonin auf diese Weise die Verengung der Blutgefäße, während es diese in der Muskulatur weitet.

Tryptophan beschleunigt daher indirekt die Wundheilung und die Blutgerinnung, ebenso hat das Hormon positive Wirkung auf die Darmbewegung. Über den hormonellen Effekt fördert die Aminosäure die Sexualfunktion und die Fettverbrennung. Die Produktion von Stress-Hormonen wird über den Serotonin-Weg herabgesetzt.

Auch als Botenstoff im Gehirn hat Serotonin vielfältige Aufgaben. Da es stimmungsaufhellend wirkt und Emotionen positiv beeinflusst, wird es auch als Glückshormon bezeichnet. Es hat nicht nur einen antidepressiven Effekt, sondern dämpft auch das Hungergefühl, insbesondere den Heißhunger auf Zucker.

Umgekehrt kann ein Mangel zu Niedergeschlagenheit, in extremen Fällen möglicherweise auch zu Depression führen.

Tryptophan im Übermaß kann zu Schläfrigkeit führen, weshalb es auch als (leichtes) Schlafmittel anerkannt ist.

Da die Aminosäure ihren Abbau selber reguliert, ist eine Überdosierung kaum möglich.

Da auch das Hormon Melatonin aus Serotonin gebildet wird, ist Tryptophan auch Ausgangsstoff dieses wichtigen Hormons. Die Produktion von Melatonin wird durch Tageslicht gehemmt, sodass es nachts in etwa zehnmal höheren Konzentrationen gebildet wird. Dementsprechend ist seine wichtigste Aufgabe, unseren Schlaf-Wach-Rhythmus zu regulieren.

Erstes Zwischen-Produkt der Biosynthese von Serotonin und Melatonin aus Tryptophan ist zunächst das L-5-Hydroxytryptophan (5-HTP).

Therapeutisch wird eher 5-HTP verwendet als die proteinogene Aminosäure und zwar vorwiegend bei psychischen Problemen und den damit zusammenhängenden Beschwerden. Vor allem bei Schlafstörungen kann 5-HTP hilfreich sein und sogar eine Schlaf-Apnoe lindern. Auch nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus) geht unter der Medikation zurück.

Daneben sind Angststörungen und Depression bekannte Indikationen. Dabei hat sich die Aminosäure gegenüber einigen Antidepressiva als vorteilhaft erwiesen. Bei gleicher Wirkung hat 5-HTP weniger bis gar keine Nebenwirkungen. Besonders bei psychischen Problemen, die mit einem Reizdarm und Herzkrankheiten einhergehen, wird 5-HTP eingesetzt. Die Aminosäure kann auch die Beschwerden im Rahmen der prämenstruellen dysphorischen Störung lindern.

Aber auch bei Spannungskopfschmerzen, Migräne, ADHS, Wechseljahresbeschwerden und Muskel-Rheuma (Fibromyalgie) können mit 5-HTP gute Erfolge erzielt werden.

Eine Entwöhnung bei Suchterkrankungen kann mit der Aminosäure ebenfalls unterstützt werden, weil das Verlangen nach dem Rauschmittel reduziert wird. Die Kombination mit Johanniskraut verbessert diese Wirkung und reduziert auch die im Entwöhnungs-Prozess auftretenden Depressionen. Eingesetzt wird 5-HTP daher auch bei Nikotin-Entzug, weil eine emotionale Stabilisierung eintritt.

Bei Bulimie kann 5-HTP dazu beitragen, die Ess-Attacken durch Senkung des Hungergefühls zu bekämpfen. Deswegen wird das Mittel auch als Präparat bei Reduktions-Diäten eingesetzt.

Eine Supplementierung mit L-Tryptophan gilt zwar als weniger effektiv, kann aber bei den genannten Indikationen ebenfalls nützlich sein. Bei Schlafstörungen erweist sich diese Aminosäure im Vergleich zu Melatonin als überlegen, weil zusätzlich das Immunsystem und die Verdauung unterstützt werden.

Dosierung

Empfohlen wird hier eine Dosis von 1 bis 6 Gramm pro Tag. Bei Schlafstörungen nimmt ein durchschnittlicher Erwachsener 1 bis 2 Gramm vor dem Schlafengehen ein. Migräne oder andere chronische Schmerzen erfordern 2 bis 4 Gramm pro Tag.

Menschen mit Depressionen oder Angstzuständen sollten zwischen 2 und 6 Gramm am Tag einnehmen. Beim prämenstruellen Syndrom und der prämenstruellen dysphorischen Störung sollten 2 bis 4 Gramm täglich zugeführt werden. Zur Senkung eines gesteigerten Appetites ist eine Dosierung von 0,5 bis 2 Gramm empfehlenswert.

Tryptophan im Zusammenwirken mit Sedativa und Antidepressiva kann zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führen. Dazu zählt das lebensbedrohliche Serotonin-Syndrom. Daher sollte der Arzt gefragt werden, ob bei entsprechenden Medikationen Tryptophan eingenommen werden kann.

Auch Menschen mit Leber- oder Nierenschädigungen sowie werdende oder stillende Mütter sollten mit der Einnahme vorsichtig sein.

Tryptophan in der Ernährung

Eine Alternative zu Tryptophan-Kapseln, bzw. Tabletten, sind tryptophanreiche Lebensmittel. Der Vorteil besteht darin, dass zusätzlich andere Aminosäuren und gesunde Fette sowie weitere Vitalstoffe aufgenommen werden.

Jede Mahlzeit sollte 20 bis 30 Gramm Protein enthalten. Dabei liefern tierische Lebensmittel meistens nicht nur mehr Eiweiß, sondern auch die vollständige Palette der Aminosäuren.

Gleichzeitig sind naturbelassene Gemüse und Obst wichtig, weil die darin enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe den Tryptophan-Transport über die Blut-Hirn-Schranke fördern. Meinungen, denen zufolge der Nährstoff-Mix zu einer verringerten Aufnahme über die Hirnhäute führt, sollen hier einmal dahin gestellt sein. Nach dieser Ansicht kommt es zur „Überlastung“ der Transport-Wege (Protein-Kanäle), wodurch die verschiedenen Nährstoffe quasi in Konkurrenz stehen.

Zu den tryptophanreichen Lebensmitteln zählen vor allem Fleisch vom Rind, Lamm und Geflügel, sowie Eier und Milch oder deren Produkte. Dabei rät der Autor zu Bioprodukten. Von Milch als Nahrungsmittel rät er aber generell ab.

Auch Seefisch wie Lachs und Kabeljau sind gute Quellen. Vegetarische Tryptophan-Lieferanten sind Hülsenfrüchte wie Erbsen und Bohnen, Vollkornhafer, Sesam, Cashew-Kerne und Walnüsse. Daneben enthalten Vollkornreis, Quinoa und Mais reiche Mengen der Aminosäure. Hohe Konzentrationen Tryptophan sind auch in der Blaualge Spirulina enthalten.

Fazit

Tryptophan ist ein Baustein für das Serotonin (eines der wichtigsten Glückshormone). Das Serotonin ist auch an der Regulation des Schlafs beteiligt. Richtig eingesetzt kann es helfen, jedoch kommt es auch immer auf den Fall (=Patient) an.

Quellen: https://www.vitalstoffmedizin.com/aminosaeuren und https://www.vitalingo.com/news/lexikon/nnu-wert/

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