Betramwurzel

Bertram scheint hinsichtlich seiner Anwendungsgebiete fast ein Universalmittel zu sein. Und als solches betrachtet es ja auch seine glühendste Verfechterin Hildegard von Bingen. Denn sie empfiehlt es Gesunden zur Vorbeugung und Kranken zur Heilung. Dies verwundert nicht, da die potentiellen Anwendungsgebiete der Wurzel recht vielfältig sind.

Inhaltsstoffe der Bertramwurzel

Eine ganze Reihe an wohltuenden, ja sogar heilenden Wirkungen werden dem Bertram zugeschrieben. Diese breit gefächerten Wirkungen liegen an den wertvollen, nachfolgend aufgelisteten, Inhaltsstoffen, die vor allem in der Wurzel zu finden sind:

  • Anacyclin (guter Schutz vor Infektionskrankheiten)
  • ätherische Öle (darunter Campher und Cineol)
  • Gerbstoffe (bakterizid, fungizid, lokalanästhetisch, reizmildernd,….)
  • Harze (desinfizierend, Wundheilung fördernd,…)
  • Inulin (Mehrfachzucker, der mit über 25% im Bertram enthalten ist)
  • Pellitorin bzw. Pyrethrin (immunmodulatorisch, entzündungshemmend)
  • langkettige Zuckerverbindungen (abwehrsteigernd, Immunsystem anregend)

Eine ausführlichere Beschreibung der Inhaltsstoffe finden Sie im Link unter der Quellenangabe.

Eine Wurzel mit vielen Eigenschaften

Zusammengefasst werden dem Bertram folgende Wirkungen zugeschrieben:

  • adstringierend (zusammenziehend)
  • antibakteriell
  • aphrodisisch (libidosteigernd)
  • blutreinigend
  • entzündungshemmend
  • hautreizend
  • immunstimulierend
  • lokalanästhetisch
  • nervenstärkend
  • schleimlösend
  • stimmungsaufhellend
  • verdauungsfördernd

Eigenschaften und Anwendungen – einige Beispiele

Bei Problemen im Rachenraum stehen insbesondere die entzündungshemmende Wirkung des Pellitorins sowie der zusammenziehende Effekt der Gerbstoffe im Vordergrund.

Die leicht schmerzbetäubende Wirkung hilft vor allem bei Zahnschmerzen, was sich bereits die Indianer zunutze machten indem sie die Wurzel kauten.

Den in der Bertramwurzel reichlich vorhandenen Gerbstoffen ist es zu verdanken dass Bertram innerlich häufig bei Durchfallerkrankungen und Harnwegsinfekten eingesetzt wird, denn diese sorgen neben dem Inulin für die verdauungsfördernde Wirkung. Daher zählen auch Verdauungsschwäche, Verstopfung sowie Blähungen zu den typischen Einsatzgebieten des Bertrams.

Ebenso soll Bertram aufgrund der antientzündlichen und antibakteriellen Wirkung bei verschiedenen Hautprobleme helfen.

Der Einsatz von Bertram als Aphrodisiakum, also als Libido steigerndes Mittel, gilt im indischen Ayurveda als selbstverständlich, und die Wirksamkeit ist inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen.

Für die positive Wirkung auf die Atemwege können die ätherischen Öle mit ihren schleimlösenden und antibakteriellen Eigenschaften verantwortlich gemacht werden, die außerdem positiv auf die Psyche und somit stimmungsaufhellend wirken.

Die hautreizenden Eigenschaften werden bei Hexenschuss und Ischias zur Steigerung der Durchblutung und als Wärmereiz genutzt.

Dies sind nur einige Beispiele der vielen Anwendungsmöglichkeiten des Bertrams, mehr finden Sie im Link unter der Quellenangabe.

Welche Nebenwirkungen hat Bertram?

Jedes pflanzliches Heilmittel kann Überempfindlichkeits- oder sogar allergische Reaktionen auslösen. Bertram gilt im Allgemeinen als gut verträglich, kann aber in Einzelfällen auch unerwünschte Wirkungen zeigen, daher wird eine eher sparsame Dosierung von Bertram empfohlen. Auch eine intensive Einnahme über einen längeren Zeitraum sollte niemand allzu sorglos vornehmen. Auch, wenn dies der Empfehlung Hildegard von Bingens zur täglichen Krankheitsprävention widerspricht.

Bekannt ist, dass Pyrethrin bei starker Überdosierung Übelkeit und Erbrechen, Magen-schmerzen und Durchfall sowie Kopfschmerzen verursachen kann. Es gilt nämlich als Nervengift, was beispielsweise beim Einsatz als Insektenschutzmittel durchaus gewünscht ist und genutzt wird. Aber es kann eben auch bei empfindlichen Menschen neurotoxisch wirken.

Die Monographie der Kommission D nennt keinerlei Risiken bei der Anwendung, weist allerdings auf die Möglichkeit von Hautreizungen bei äußerlicher Anwendung hin. Gegenanzeigen und Wechselwirkungen sind bisher nicht bekannt.

Quelle: www.bertram-wurzel.de

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