Kurkuma – Curcumin

Curcumin ist einer der am besten erforschten Pflanzenextrakte weltweit. Kurkuma-Extrakt (Curcumin) wird seit 2500 Jahren traditionell in der indischen und chinesischen Medizin eingesetzt und häufig in der asiatischen Ernährung verwendet.

Da Curcumin schwer wasserlöslich ist, wird es im Magen-Darm-Trakt nicht gut aufgenommen. Um dieses Problem zu lösen, fügen die meisten Hersteller dem Curcumin Schwarzen Pfeffer Extrakt zu. Dieser enthält 95% sogenanntes Piperin. Dies erhöht die Bioverfügbarkeit des Curcumins nach Studien um bis zu 2000%.

Curcuma, das auch als “Gelbwurz” bezeichnet wird, ist ein Ingwergewächs, eine Pflanze von wunderbarer Schönheit. Doch sein eigentlicher Reichtum liegt in der Wurzel. Seit 5000 Jahren ist das leuchtende Pulver wichtiger Bestandteil des Ayurveda, der “Wissenschaft vom Leben”. Schon in den heiligen Schriften der Hindus, den Veden, beschrieben, wird Curcuma als Farbstoff, Gewürz und Heilmittel angewandt und ist in Südasien allgegenwärtig. Kaum ein Gericht, das ohne Curcuma auskommt.

Es wird allein oder in Kombination mit anderen Gewürzen, etwa im Curry, verwendet. Mag sein, dass deshalb viele im Westen häufige Erkrankungen in Asien kaum auftreten.

Anwendungsgebiete von Curcumin

In den letzten Jahren ist die Forschung über Curcumin buchstäblich explodiert und momentan sind mehr als 2000 wissenschaftliche und veröffentlichte Publikationen verfügbar. Einer der Ursachen dafür liegt in dem breiten Wirkspektrum an biologischen Aktivitäten des Curcumins, woraus sich viele verschiedene Anwendungsgebiete ergeben.

Neuere klinische Studien belegen Wirkungen von Curcumin gegen verschiedene gesundheitliche Beschwerden und Krankheiten, einschließlich Krebs, Immunschwäche, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Alzheimer, Diabetes, Arthritis, Morbus Crohn, Depressionen, Postmenopausale Frauen, Übergewicht.

Bei Herzerkrankungen beeinflusst Curcumin alle pathologischen Schritte, die an der Entstehung der Arteriosklerose beteiligt sind.

Bei Diabetes kann Curcumin die Insulinresistenz verbessern.

Curcumin ist nachweislich der einzige Wirkstoff, der praktisch alle Faktoren beeinflusst, die an der Entstehung der Alzheimer-Krankheit und der rheumatoiden Arthritis beteiligt sind.

Besonders interessant ist Curcumin auch daher, dass es wirksam ist gegen ansonsten arzneimittelresistente Krebsformen. Während die heutigen Krebs-Medikamente meist nur spezifisch gegen eine Krebsart wirken, hat Curcumin in präklinischen Studien gezeigt, dass es wirksam ist gegen nahezu alle Formen von Krebserkrankungen des Menschen. Während herkömmliche Chemotherapeutika schwere Nebenwirkungen haben, gibt es bei Curcumin bisher keine beobachteten Nebenwirkungen.

Blähbauch? Verdauung fördern!

Kurkuma ist so vielseitig, dass seine zahlreichen Wirkungen den Rahmen dieses Artikels sprengen würden. Daher konzentrieren wir uns hier hauptsächlich auf seine Bedeutung als wichtige Verdauungshilfe, die von vielen Menschen heute so dringend benötigt wird.

Kurkuma ist reich an Bitterstoffen und regt daher die Verdauung an. Doch im Unterschied zu vielen anderen Bitterstoffen ist Kurkuma energetisch warm, was auch für viele Frauen bekömmlich ist, die leicht frieren, zu wenig Energie haben, die zu Wasseransammlungen und Bindegewebsschwäche, zu Blähungen und Völlegefühl neigen, durch zu wenig “Verdauungsfeuer” schlecht verdauen und trotz Diäten eher zu- als abnehmen.

Kurkuma regt die Verdauungssäfte an und unterstützt nebenbei die Verdauungsorgane. Etwa stärkt es die Magenschleimhaut und wirkt generell entzündungshemmend im ganzen Körper, so auch im Magen, Zwölffingerdarm und Dünndarm (Reizdarm).

Flacher Bauch und gute Verdauung

KurKuma trägt dazu in vielfältiger Weise bei, es

  • fördert die Fettverdauung
  • fördert die Eiweißverdauung
  • wärmt den Verdauungstrakt
  • wirkt Blähungen und Völlegefühl entgegen
  • senkt Histamin, das bei Unverträglichkeiten auf diverse Nahrungsmittel erhöht sein kann (zusätzlich günstig Vitamin B-Komplex aus Quinoa und Reishi Heilpilz)
  • fördert Leberreinigung und Ausscheidung (zusätzlich günstig Baobab Fruchtpulver)
  • wirkt Entzündungen entgegen

Fördert die Fettverdauung

Weiters profitieren Leber und Galle ganz außerordentlich von den Wirkstoffen des Kurkuma.

Das Gewürz fördert den Gallenfluss, der in der Leber gebildet wird, und unterstützt die Kontraktion der Gallenblase. Dadurch werden einerseits Leber und Gallenblase gereinigt und schneller entgiftet, andererseits wird die Fettverdauung verbessert. Nahrungsfett wird durch ausreichend Gallensäuren in kleinste Fettkügelchen zerteilt und kann so verdaut werden. Werden hingegen zu wenig Gallensäuren gebildet, “schwimmt” das Fett auf der Magensäure, verursacht Aufstoßen, oft auch Blähbauch und Völlegefühl.

Durch die reinigende Wirkung des verstärkten Gallenflusses kann Kurkuma in gewissem Maß sogar Leberschäden “reparieren” und bei Lebererkrankungen sowie bei Belastungen durch Alkohol oder Medikamente unterstützen.

Kurkuma hilft weiters bei der Eiweißverdauung durch Anregung des Bauchspeicheldrüsenenzyms Trypsin. Eine Schwäche kann hier ebenso Symptome wie Blähungen, Völlegefühl, Druck im Magen und Aufstoßen hervorrufen. Diese Beschwerdebilder sind sehr verbreitet. Aber vielleicht ist es der indischen Weisheit und Beobachtungsgabe zu verdanken, dass solche Schwächen durch richtiges Kochen und eben der Anwendung von Kurkuma gar nicht erst ins Gewicht fallen.

Um die verdauungsfördernde Wirkung zu genießen, ist das gemahlene Pulver der Wurzel zu verwenden, ein Wirkstoffauszug (Curcumin) dient anderen Einsatzbereichen. Kurkuma kann als Gewürz zum Kochen verwendet werden, als Tee und – am besten vor dem Essen – in Form von Kapseln, wenn man keine Lust auf Kurkuma-Geschmack hat oder größere Mengen als nur eine Prise benötigt.

Wichtig ist jedenfalls immer die Qualität. Bio ist unbedingt erforderlich, steht aber nicht immer auf der Packung, wenn die Firma selbst nicht biozertifiziert ist. Nachfragen ist also sinnvoll, denn in Indien sind DDT und andere Gifte erlaubt. Es gibt auch genügend bestrahlte Gewürze am Markt, die nebenbei auch nur selten frisch vermahlen sind und kaum mehr ätherische Öle enthalten. Solches Kurkuma verliert an Kraft und ist nur mehr zum Färben geeignet.

Kurkuma in der TCM

Viele Frauen, die schlanker und straffer sein wollen, haben eine “schwache Milzenergie”. Die traditionelle chinesische Medizin versteht darunter mangelnde Aufnahme von Lebensenergie sowie schlechte Nahrungsumwandlung- und Nährstoffverteilung.

Viel Lebensenergie ist die Basis für Kraft, gute Gedanken und ein ausgeglichenes Gemüt. Eine schwache Milzenergie erkennt man an Müdigkeit, morgendlichen Depressionen, Neigung zum Grübeln und Sich-Sorgen, oft auch Gewichtszunahme. Hungern und abkühlende Nahrungsmittel wie Tiefkühlkost, Milchprodukte, Südfrüchte, viel Rohkost, Zucker verschlimmern das Problem, während gerade Kurkuma aufgrund seiner wärmenden, verdauungsfördernden Wirkungen günstig ist.

Kurkuma ist auch empfehlenswert, wenn unser moderner Lebensstil mit Zeitdruck, Schlafmangel, zu viel Bildschirmarbeit, mitunter auch zu viel Kaffee und Zigaretten aufwartet. Denn dann entsteht nach traditionell chinesischem Denken leicht “Blutmangel”, ein eigener Begriff aus der TCM. Lang anhaltender “Blut- und Säftemangel” betrifft auch Männer und führt leicht ins Burn-Out. Typisch sind Muskelkrämpfe, Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Unruhe, Gereiztheit, schwache Nerven, Verstopfung. Kurkuma kann beim Blutaufbau helfen und wieder neue Kraft geben.

Quelle: https://blog.viciente.at/curcuma-der-pflanzliche-internist/

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