L-Arginin

gehört zu den „semiessenziellen“ Aminosäuren, d.h. der Körper kann es zwar selbst herstellen – vorausgesetzt es sind genügend andere Aminosäuren als Vorstufe vorhanden und der Stoffwechsel verfügt über die erforderlichen Enzyme, was nicht in allen Entwicklungs-Stadien der Fall ist – aber auch mit der Nahrung aufnehmen.

Besonders bei Kleinkindern, während der Schwangerschaft, in der Wachstumsphase und bei Erwachsenen mit bestimmten Erkrankungen ist dies nicht immer gegeben. Hinzu kommt nicht selten ein gesteigerter Bedarf infolge von Stress oder Sport. Auch im Alter steigt der Bedarf an L-Arginin, die Fähigkeit der Eigensynthese nimmt ab. Daher ist eine bewusste Ernährung mit Arginin reichen Nahrungsmitteln oder eine Supplementierung ratsam.

L-Arginin nimmt unter den Aminosäuren einen besonderen Stellenwert ein, denn es enthält mit vier Stickstoffgruppen mehr Stickstoff (N) als alle anderen Aminosäuren. Aus diesem Umstand resultiert auch die vermutlichste wichtigste Eigenschaft – nur aus Arginin kann der Körper das gefäßaktivierende Molekül NO (Stickoxid) bilden, das die Weitung der Gefäße (Gefäßtonus) und somit die Durchblutung und den Blutdruck steuert.

Quellen und Bedarf von L-Arginin

alle Angaben entsprechen 100g des Lebensmittels, der Arginingehalt wird ebenfalls in g angegeben zu beachten ist allerdings noch der Verlust beim Kochen, da ein Teil des Arginins ausgeschwemmt wird

Obst, Gemüse und SalatArginin Gehalt
Bohnen (dick)2,4
Erbsen, Erdbeeren0,6
Brokkoli, Grünkohl, Rosenkohl, Zwiebel0,2
Avocado, Banane, Blumenkohl, Brombeere, Feldsalat, Himbeere, Kartoffel,
Kohlrabi, Lauch, Spinat, Weintrauben, Weißkohl, Zucchini
0,1
Getreide, Nüsse, Hülsenfrüchte, KerneArginin Gehalt
Pinienkerne4,5
Kürbiskerne3,5
Erdnüsse3,2
Leinsamen2,4
Linsen, Mandeln, Sesam2,2
Sojabohnen, Sonnenblumenkerne2,1
Weizen1,9
Haselnüsse, Walnüsse1,7
Buchweizen, Hafer0,7
Grünkern0,5
Reis0,4
Hirse0,3
MilchprodukteArginin Gehalt
Hartkäse, Parmesan1,1
Edamer, Gouda, Schnittkäse0,8
Weichkäse0,7
Frischkäse0,4
Joghurt, Milch, Obers, Sauerrahm0,1
Fisch, Fleisch und EiArginin Gehalt
Rindfleisch1,9
Schweinefleisch1,7
Garnele1,6
Hühnerfleisch, Lammfleisch1,5
Forelle1,4
Lachs, Thunfisch, Makrele1,3
Seezunge1,2
Ei0,8

Der Mindestbedarf bei gesunden Erwachsenen liegt bei ca. 2g täglich, bei Erkrankungen und in der Wachstumsphase können jedoch bis zu 6g aufgenommen werden. Bei normaler Kost sollte es zu keinem L-Arginin-Mangel kommen, auch eine Überdosierung ist bei normaler Ernährung quasi nicht möglich. Gelegentlich führt allerdings auch ein Mangel an Antioxidantien zu einem L-Arginin-Defizit – hier kommt es zu einer Anhäufung freier Radikale, die das L-Arginin zerstören.

Anwendung von L-Arginin

Es ist für die Steuerung der Gefäße, das Immunsystem und des Regulierung des Blutzuckerspiegels besonders wichtig und wird daher angewendet bei:

  • Erektiler Dysfunktion und Förderung der Spermienbildung
  • Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) in Kombination mit Vitamin B6, B12 und Folsäure
  • für gesunden Muskelaufbau
  • Stärkung des Immunsystems
  • zur Verbesserung der Insulinresistenz bei Diabetes
  • Verbesserung der Kapillardurchblutung (zB. Tinnitus, Haarausfall)

Dosierung für therapeutische Zwecke

Bei einer Supplementierung, die in machen Fällen angebracht ist, sollte jedoch auch darauf geachtet werden, dass es zu keiner extremen Überdosierung kommt, mit toxischen Wirkungen ist ab einer täglichen Einnahmemenge von 30mg L-Arginin zu rechen. Bei einer Supplementierung mit L-Arginin ist auch immer die Einnahme von Antioxidantien sinnvoll.

Für therapeutische Zwecke beträgt eine Einnahme mindestens 3.000mg (3g) täglich, nachfolgend einige Beispiele:

  • Arteriosklerose 3.000mg – 5.000mg
  • erektile Dysfunktion (Potenzsteigerung) mind. 3.000mg in Kombination mit Pinienrindenextrakt (80mg – 120mg)
  • Tinnitus 3.000mg
  • Muskelaufbau in Kombination mit anderen Aminosäuren 2.000mg – 5.000mg
  • Haarausfall 500mg als Teil eines umfangreichen Haarnährkomplexes

Wechselwirkungen

  • bei akutem Herpes simplex nicht oder nur in Kombination mit L-Lysin einnehmen
  • Bioperin® kann die Aufnahme von L-Arginin fördern
  • bei rezeptpflichtigen Medikamenten sollte grundsätzlich vor der Einnahme Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden.
  • insbesondere bei PDE-5 Hemmern wie Viagra®, Levitra® oder Cialis® sollte man vorsichtig sein, da L-Arginin die Wirkung erheblich verstärken kann, fragen Sie vor der Einnahme Ihren Arzt!

Die kompletten Artikel können Sie nachlesen unter:

https://aminosäure.org/aminosaeuren/l-arginin/

https://www.vitalstoffmedizin.com/aminosaeuren/arginin.html

Tabelle: https://projekte.uni-hohenheim.de/wwwin140/info/interaktives/search.htm

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