Löwenzahnwurzel

Löwenzahn ist kein Unkraut, man kann ihn essen und auf ganz verschiedene Arten zubereiten. Auch die Löwenzahnwurzel wird inzwischen wieder entdeckt. Nicht nur gesunde Tees können daraus zubereitet werden. Es wird der Wurzel nämlich die eine oder andere heilende Wirkung zugeschrieben.

Die Löwenzahnwurzel wird seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin eingesetzt. Das geht soweit, dass sie von vielen Seiten sogar als Heilmittel gegen Krebs angepriesen wird. Ob dies auch wissenschaftlich haltbar ist, dass möchte ich nicht beurteilen.

Wirkung

Betrachtet man sich die Inhaltsstoffe der Löwenzahnwurzel so lassen sich aber nichtsdestotrotz gesundheitlich positive Wirkungen ableiten.

Die Wirkungen der Löwenzahnwurzel reichen dabei von appetitanregend, entzündungshemmend bis hin zur Anregung des Stoffwechsels. Auch bei Blähungen und Völlegefühl kann die Wurzel helfen. Es ist vor allem die starke Konzentration an Bitterstoffen, welche für die gesundheitlichen Wirkungen der Löwenzahnwurzel verantwortlich gemacht werden kann.

Wie gesagt, die Wurzel ist schon lange ein fester Bestandteil der Volksmedizin. Am populärsten ist die Anwendung bei Müdigkeit und Antriebslosigkeit.

Die Bitterstoffe im Löwenzahn

Bitterstoffe verleihen dem gewöhnlichen Löwenzahn nicht nur seinen typischen Geschmack, sondern auch die medizinische Wirkung.

Sie wirken verdauungsfördernd und harntreibend. Harntreibend wirkt der relativ hohe Kaliumgehalt des Löwenzahns. In einer ersten Studie mit 17 Freiwilligen zeigte sich, dass ein alkoholischer Auszug aus Löwenzahnblättern tatsächlich bei allen Teilnehmern harntreibend wirkte.

Verwendung als Tee

Löwenzahntee lässt sich auf drei verschiedene Arten zubereiten. Die beiden bekanntesten Formen sind, diesen aus den Blüten oder den Blättern der Pflanze zu brühen. Man kann aber auch aus der Wurzel einen Löwenzahnwurzeltee herstellen.

Für die Zubereitung des Löwenzahnwurzeltees werden die gemahlenen Wurzeln einfach mit heißem Wasser übergossen. Anschließend braucht man ihn nur noch für etwa fünf Minuten ziehen lassen. Aufgrund der zahlreichen gesunden Bitterstoffe der Löwenzahnwurzel schmeckt auch der Tee entsprechend bitter. Ein wenig Süße schadet ihm deshalb wahrscheinlich nicht.

Alternative Verwendungsmöglichkeiten

Neben der klassischen Verwendungsmöglichkeit als Löwenzahnwurzeltee lässt sich die Wurzel auch noch auf weitere Arten verwenden. So kann das Pulver gemahlen auch als herbes Würzmittel vorsichtig auf verschiedenen Salaten, Suppen oder anderen Gerichten eingesetzt werden. Einfach ein wenig des Pulver darüber streuen.

Man kann aus der Löwenzahnwurzel auch erfrischende Sommergetränke herstellen. Wer auf Tonic Water oder Bitter Lemon steht, der könnte auch daran Geschmack finden. Sucht man nach Rezepten mit Löwenzahnwurzeln, so findet man sogar gebratene oder als Gemüse gekochte Variationen.

Wem der Geschmack zu intensiv ist aber dennoch von den gesundheitlichen Wirkungen profitieren möchte, der kann die Wurzel auch in Smoothies verstecken. Mit ein wenig süßem Obst lässt sich der bittere Geschmack gut überdecken.

…herzschützend, krebshemmend

Andere nachgewiesene Wirkstoffe der “Pusteblume” sind verschiedene Terpene und Pflanzensterole. Solche Phytosterole in der Nahrung können herzschützend und krebshemmend wirken. Im Zellversuch konnten sie sogar den Zelltod (Apoptose) von Krebszellen auslösen.

Da Phytosterole und andere Pflanzenstoffe Anti-Krebs-Eigenschaften aufweisen, kommt auch für Löwenzahn eine ähnliche Wirkung infrage. Löwenzahnextrakt wurde in einem Screening aus 500 Pflanzen als potenter Verstärker eines neuen Antikrebswirkstoffs identifiziert. Damit konnten im Zellversuch gezielt humane Leberkrebszellen abgetötet werden.

Auch der Extrakt selbst scheint krebshemmende Komponenten zu haben. Laut US-Forschern wirken verschiedene Löwenzahnextrakte im Zellversuch gegen Wachstum und Invasion humaner Brustkrebs- sowie Prostatakrebszellen. Ob auch in vivo eine solche Wirkung eintritt, ist leider noch ungeklärt.

… antioxidativ, entzündungshemmend

Ihr Verzehr wirkt laut einigen Studien zudem antioxidativem Stress entgegen, indem entsprechende Schutz-Enzyme im Körper stimuliert werden.

Tatsächlich wirkt laut einigen Studien auch Löwenzahnextrakt antioxidativ. Ein Review aus dem Jahr 2012, der die verfügbaren Studien über Löwenzahn auswertete, berichtet, dass immer mehr Untersuchungen Belege für die antioxidative und entzündungshemmende Wirkung der Pflanze liefern.

Im Zellversuch konnte gezeigt werden, dass die Polysaccharide des Löwenzahns entzündungshemmend und antioxidativ wirken.

… für die Leber und Verdauung

Traditionell bekannt ist eine positive Wirkung des Löwenzahns auf die Leber.

Erste Daten bestätigen dies. Die antioxidativen Eigenschaften des Löwenzahns wirkten bei Ratten und Mäusen nachweislich schützend gegen Leberschäden. An Mäusen zeigten Forscher, dass ein wässriger Extrakt der Löwenzahnwurzel gegen Schäden durch Alkoholkonsum und ein Ethanolauszug der Wurzel gegen Leberschäden durch Chemikalien wirkt.

Vielfach wird Löwenzahn bei Verdauungsproblemen eingesetzt. Aber auch der Stoffwechsel kann von der Heilpflanze profitieren.

.… antibiotische Wirkung

Für viele Heilpflanzen werden in der traditionellen Pflanzenheilkunde antimikrobielle Eigenschaften beschrieben.

Verschiedene Extrakte des Löwenzahns wirken nachweislich antibiotisch gegen Gram-positive wie Gram-negative Bakterien. Aus Löwenzahn isolierte Polysaccharide sowie Oligosaccharide wirken dabei gezielt antibakteriell. Ein bislang unbekanntes Protein aus Löwenzahn wirkt gegen pathogene Bakterien sowie gegen Pilze, die als Schädling Pflanzen befallen.

.… metabolisches System und weitere Wirkungen

Eine Mischung aus vier Pflanzenextrakten, darunter Löwenzahn, wirkt in vitro positiv auf das Metabolische Syndrom, indem es spezielle Enzyme aktiviert. Im Reagenzglas hemmt Löwenzahn die Aufnahme von Fett in Fettzellen.

Bei Hasen, die eine fettreiche Diät erhielten, konnten Löwenzahnblätter und –wurzeln im Futter die Blutfettwerte und den antioxidativen Status verbessern. Möglicher Grund für die Wirkung ist ein hemmender Effekt von Löwenzahnextrakt auf Lipasen der Bauchspeicheldrüse, also der Enzyme, die Fett verdauen und für den Körper verfügbar machen. Zumindest bei Hasen konnte diese Wirkung des Löwenzahns schon gezeigt werden. Die Lipasen der Bauchspeicheldrüse sind der Angriffspunkt vieler Anti-Fett-Diätmittel. Doch diese haben leider verschiedene unangenehme Nebenwirkungen auf das Verdauungssystem.

Im Tiermodell konnten noch weitere positive Wirkungen des Löwenzahns nachgewiesen werden. So wirkt sein wässriger Extrakt antidepressiv bei Mäusen. Ebenfalls im Mausmodell konnte Löwenzahnextrakt den Tieren mehr Ausdauer verleihen und die Bildung von Laktat bei körperlicher Anstrengung hemmen. Eine weitere Studie zeigte, dass bei Mäusen, die mit Löwenzahn als „Kraftfutter“ ernährt wurden, Erschöpfung später eintritt. Zudem verbesserten sich bei ihnen verschiedene Parameter des Immunstatus.

Fazit

Trotz vielversprechender Daten und einer langen traditionellen Anwendung wird der Löwenzahn immer noch verkannt und kursiert lediglich als lästiges Unkraut in den Köpfen der Mehrheit.

Doch eine prophylaktische Kur mit Löwenzahn kann helfen, vielen unnötigen Leiden vorzubeugen, und dient der Gesunderhaltung des Körpers auf ganz natürliche Weise.

Quelle (Auszüge): https://www.naturheilt.com/heilpflanzen/loewenzahn.html

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