Vitamin K2

Das fettlösliche Vitamin K lässt sich aufteilen in Vitamin K1 und Vitamin K2 und ist für die Blutgerinnung und den Knochenstoffwechsel von Bedeutung. Es ist weitestgehend hitzeresistent, d.h. es verliert beim Kochen oder Garen kaum an Wirkung, es ist allerdings lichtempfindlich!

Das Vitamin K1

findet man besonders reichhaltig in grünen Gemüsesorten, wie Grünkohl, Kohlsprossen, Spinat, Broccoli und anderen. Aber auch in grünem Tee, Erdäpfel, Hagebutten, Salate, Milch und Muskelfleisch enthalten ausreichende Mengen diese Vitamins wobei der Gehalt jedoch je Jahreszeit unterschiedlich hoch sein kann. Kinder benötigen zwischen 15µg und 30µg, Frauen lt. DGE 65µg und Männer 80µg täglich, was normalerweise durch geeignete Nahrungsmittel leicht zu erreichen ist.

Der Tagesbedarf von ca. 65µg ist beispielsweise mit folgenden Nahrungsmittel abgedeckt:

  • 15g Schnittlauch
  • 25g Kohlsprossen (Rosenkohl)
  • 50g Kalbsleber
  • 3 Eier
  • 220g Topfen (Quark)
  • 400g Champignons
  • 500g Erdbeeren

Für Säuglinge gibt es allerdings keine relevanten Empfehlungen obwohl in der Muttermilch nur wenig Vitamin K1 enthalten ist. In Holland bekommen Säuglinge jedoch eine tägliche Prophylaxe von 25µg täglich.

Das Vitamin K2

ist ebenso fettlöslich und wird durch die Bakterien der Darmflora produziert, was bei einer gesunden Darmflora zu ca. 50% des Tagesbedarfs möglich ist. Dafür muss allerdings eine ausreichende Menge an Vitamin K1 im Organismus vorhanden sein damit es in begrenztem Rahmen in Vitamin K2 umgewandelt werden kann.

Mit Einnahme von Antibiotika oder auch durch den Verzehr von mit Antibiotika belasteten Fleischwaren infolge von Massentierhaltung gerät diese Darmflora zumeist ins Wanken somit und auch die Vitamin K2-Versorgung. Wenn man dann auch noch das „moderne“ Essverhalten mit Fast Food, Imbiss und Fertiggerichten berücksichtigt kommt es schnell zu einem Mangel! Außerhalb des Darms findet man Vitamin K2 in Natto (fermentierte Sojabohnen)

Im Gegensatz zu Vitamin K1 spielt das Vitamin K2 für die Gesundheit der Knochen die bedeutendere Rolle, denn es ist hauptverantwortlich für die Aktivierung von Osteocalcin. Erst nach dieser Aktivierung kann das Kalzium aktiv im Knochen eingebaut und gebunden werden. Hätte ein Mensch zu wenig Vitamin K1 aber genügend Vitamin K2 hätte dies kaum Einfluss auf die Gesundheit des Knochenapparates, wäre es jedoch umgekehrt, käme es zu osteoporoseähnlichen Erscheinungen.

Somit scheint es einleuchtend, dass bei Osteoporose nicht nur genügend Kalzium und ein hoher Vitamin D3-Spiegel sondern auch noch Vitamin K2 als Dritter im Bunde benötigt wird. Das Vitamin K2 aktiviert eine Reihe von Proteinen, die durch die Aktivitäten von Vitamin D3 zustande gekommen sind, die ohne dieser Aktivierung nicht in der Lage wären Kalzium zu binden und zu den Knochen zu transportieren.

Das resorbierte Kalzium wird „orientierungslos“ durch den Blutkreislauf geschleust und setzt sich schlimmstenfalls an Orten ab, wo man es überhaupt nicht haben möchte. Ein „beliebter“ Ort wären zum Beispiel die Arterien, was im Laufe der Jahre dann zur allseits gefürchteten Arteriosklerose führt. Somit ist ein chronischer Mangel an Vitamin K2 mit einer doppelten Schädigung verbunden: einerseits fehlt das Kalzium an der „Baustelle“ Knochen und andererseits blockiert das „Baumaterial“ physiologische Vorgänge an falscher Stelle, was somit zu weiteren Erkrankungen führt.

Erkrankungen wie Osteoporose und Arteriosklerose kommen bezeichnenderweise in Ländern vor, wo das Gesundheitswesen dafür sorgt, dass es zu keinem Kalziummangel kommt, sei es nun durch Bewerbung von kalziumhaltigen Nahrungsmitteln, der Anreicherung von Milchprodukten mit Kalzium oder auch der fälschlicher weisen Annahme, dass Kalziumpräparate „gut“ für die Knochen seien.

Die gleichzeitige Verdammung der „gefährlichen“ Sonnenstrahlen bzw. das Eincremen der Haut mit Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor sorgt für einen nachhaltigen Vitamin-D3-Mangel, der einer Osteoporose Vorschub leistet.

Vitamin K als Krebsprävention oder -therapie?

Nachdem wir schon gesehen haben, dass das Vitamin K in seinen Varianten K1 und K2 für die Blutgerinnung, für den zielgerichteten Transport von Kalzium zu den Knochen und den Einbau von Kalzium in die Knochen zuständig ist, gibt es seit einiger Zeit Hinweise darauf, dass dieses Vitamin einen nachhaltigen Einfluss auf eine Reihe von Krebserkrankungen haben soll (nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem Originalartikel lt. nachstehender Quellenangabe).

Diesbezüglich wurden bereits einige Studien durchgeführt – das Vitamin K, und hier vor allem das Vitamin K2, scheint so etwas wie der unscheinbare David unter den Chemo-Riesen der Pharmaindustrie zu sein, wenn es um die Wirksamkeit bei der Krebsbehandlung geht. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass ausreichend hohe tägliche Zufuhren von wichtigen Vitaminen, zu denen auch das Vitamin K zählt, Krebserkrankungen verhindern oder sogar therapieren können, dann könnte diese Erkrankung fast schlagartig der Vergangenheit angehören.

Denn die Einnahme von ausreichend Vitaminen tut nicht weh, hat keine Nebenwirkungen und ist bei weitem nicht so gefährlich, wie einige Studien herausgefunden haben wollen. Zumindest gibt es für das Vitamin K noch keine solche Studie, die die Leichtgläubigen verunsichern könnte. Aber an dieses „zu vernachlässigende“ Vitamin hat ja von den Kritikern noch niemand gedacht.

Anwendungshinweise

Allgemeine Erhaltungsdosis: 90-180 µg pro Tag

Wechselwirkungen

  • Vitamin K2 vermindert die Wirkung von Antikoagulanzien wie z. B. Warfarin (Cumarinderivate sind Vitamin-K-Antagonisten). Seien Sie vorsichtig mit der Vitamin-K-Supplementierung. Das gilt auch für niedrige Dosierungen (unter 45 µg).
  • Corticosteroide, Breitbandantibiotika (vor allem Sulfonamide), Antikonvulsiva (Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin), gallensäurebindende Harze (Cholestyramin, Colestipol), Orlistat, Cephalosporine, Abführmittel, Chinin, Chinidin, Dactinomycin, Sucralfat, Leuprolid und Salicylate können den Vitamin-K-Status senken. Die zusätzliche Einnahme von Vitamin K2 kann angebracht sein.
  • Die Einnahme von Vitamin E in einer Dosierung von über 800 IE pro Tag erhöht den Vitamin-K-Bedarf.

Sicherheit

Bei Medikamenteneinnahme zur Blutgerinnungshemmung sollte Vitamin K2 ausschließlich in Absprache und unter Kontrolle eines Arztes anzuwenden. Vitamin K2 ist geringfügig toxisch. Speziell in japanischen Studien wurden Dosierungen bis 45 mg (=45000 µg) Vitamin K2 (als MK-4) pro Tag ohne nachteilige Begleiterscheinungen angewendet. Auch sehr hohe Dosierungen von Vitamin K2 führen nicht zu einer vermehrten Bildung oder Aktivität von Gerinnungsproteinen und somit auch nicht zur Hyperkoagulabilität.

Die Gerinnungsproteine in der Leber werden von Vitamin K2 aktiviert, und sobald sie maximal aktiviert sind, arbeitet das Blutgerinnungssystem optimal. Eine Überaktivierung durch Vitamin K2 ist nicht möglich.

Die kompletten Artikeln können Sie nachlesen unter:

https://www.orthoknowledge.eu/naehrstoffe/vitamin-k2/

https://www.vitalstoffmedizin.com/vitamine/vitamin-k.html

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