Vitamin K2

Vitamin K2 ist einer der wichtigsten Partner von Vitamin D3, weshalb die beiden Vitamine möglichst zusammen eingenommen werden sollten. Nicht zu vergessen ist bei diesem Zusammenspiel Magnesium!

Eine wichtige Funktion von Vitamin D3 ist die Steuerung der Calciumaufnahme und der Synthese einiger wichtiger Proteine. Sowohl zur Verwertung des Calciums als auch zur Aktivierung der gebildeten Proteine jedoch ist Vitamin D3 auf einen wichtigen Partner angewiesen: das Vitamin K2.

Dieses noch relativ unbekannte Vitamin sorgt dafür, dass das aufgenommene Calcium korrekt abtransportiert und verwertet wird und aktiviert zudem wichtige Proteine wie das Matrix-GLA-Protein (MGP) und das Peptid-Hormon Osteocalzin.

Osteocalzin spielt eine wichtige Rolle in der Neubildung von Knochen und sorgt dafür, dass das aufgenommene Calcium auch wirklich in die Knochen eingebaut wird. Matrix-GLA sorgt dafür, dass sich kein Calcium in Organen oder Gefäßen anlagert, in dem es Calcium bindet und abtransportiert.

Ohne Vitamin K2 bleiben diese Proteine inaktiv und das Calcium lagert sich als nutzlose und schädliche Schlacke im Körper ab: Verkalkungen bilden sich und schädigen Gefäße, Organe und Gewebe. Die Folge sind Nierensteine, Arteriosklerose und zahlreiche schwerwiegende Krankheiten bis hin zum Herzinfarkt. Zudem hat das Calcium dann nur sehr begrenzten Wert für die Knochengesundheit.

Vitamin K – das unbekannte Vitamin

Doch was genau ist eigentlich Vitamin K2 und welche Funktionen hat es im Körper genau?

Die K-Vitamine sind derzeit in der breiten Bevölkerung noch relativ unbekannt, spielen jedoch – wie alle Vitamine – eine wichtige Rolle für die Gesundheit. Ihre Wirkung ist, wie wir heute wissen, sehr von der chemischen Form abhängig. Vitamin K existiert in zwei wesentlichen Formen:

  • Vitamin K1 (Phylloquinon/Phyllochinon) welches vor allem in der Leber wirkt und für die Blutgerinnung verantwortlich ist
  • Vitamin K2 (Menaquinon/Menachinon) welches im ganzen Körper wirkt und eine Reihe wichtiger Proteine aktiviert, die vor allem für die Verwertung von Calcium sorgen, aber auch zahlreiche weitere Wirkungen zeigen.

Vitamin K1 findet sich in vielen grünen (Blatt-)gemüsen, wie Spinat, Grünkohl und Brokkoli.

Vitamin K2 ist bakteriellen Ursprungs und findet sich fast nur in tierischen und fermentierten Lebensmitteln.

Vitamin K1 und Vitamin K2 Wirkung

Die Namensgebung deutet schon an, dass die beiden Vitamine lange Zeit als zwei größtenteils identische Formen desselben Vitamins angesehen wurden. Heute wissen wir, dass die Funktion und der Stoffwechsel der beiden K-Vitamine recht unterschiedlich ist. Während Vitamin K1 fast nur für seine Funktion in der Blutgerinnung bekannt ist, zeigen sich immer mehr Wirkungen von Vitamin K2, die sich bei K1 nicht beobachten lassen.

Vitamin K1

  • aktiviert den Gerinnungsfaktor Prothrombin in der Leber. Vitamin K2
  • aktiviert ebenfalls den Gerinnungsfaktor Prothrombin in der Leber.
  • aktiviert Osteocalzin, welches die Mineralisierung von Knochen und Zähnen reguliert.
  • aktiviert das Matrix-GLA-Protein (MGP), welches freies Calcium bindet und so die Verkalkung von Gefäßen und Organen verhindert.
  • aktiviert Gas6, welches Zellteilung, Zelldifferenzierung und Zellmigration reguliert und an wichtigen Reparaturprozessen in verschiedenen Gefäßen und Organen beteiligt ist.

Vitamin K2 spielt aufgrund dieses sehr viel breiten Wirkspektrums eine weit größere Rolle für die Gesundheit als Vitamin K1. Noch ist seine Funktion nicht vollständig erforscht, bereits bekannt sind jedoch wichtige Funktionen wie

  • Gesunderhaltung von Knochen, Gefäßen und Haut,
  • Schutz von Nerven und Gehirn,
  • Schutz des Herzens und in der
  • Prävention von Krebs Fast alle diese Funktionen lassen sich bei Vitamin K1 nicht beobachten.

Vitamin K2, nicht jedoch Vitamin K1, spielt eine besonders wichtige Rolle in der Vorbeugung von Osteoporose, Arteriosklerose und Erkrankungen der Herzkranzgefäße. Es findet sich auch in großen Mengen im Gehirn, wo es zur Bildung schützender Verbindungen beiträgt. Neuere Forschungen zeigen zudem gute Wirkung bei chronischen Nierenleiden.

Vitamin-K2-Mangel

Während die Versorgung mit Vitamin K1 bei einer Gemüsereichen Ernährung also meist zufriedenstellend ist, bleibt die Vitamin-K2-Versorgung bei vielen Menschen weit kritischer. Zwar kann Vitamin K1 im Körper zu Vitamin K2 umgewandelt werden, dazu ist jedoch ein großzügiger Überschuss an K1 notwendig, der in westlichen Diäten meist nicht gegeben ist.

Auch ist unbekannt, in welchem Umfang diese Umwandlung überhaupt stattfindet. Der Fakt, dass zahlreiche Studien, wie einige der oben genannten, beeindruckende Effekte mit der Supplementierung von K2 erzielten, während die Einnahme von K1 zu keinerlei Effekt führte, legen nahe, dass dieser Umwandlungsweg bei den meisten Menschen kaum einen Beitrag zur K2-Versorgung leistet.

Vitamin K2 von Darmbakterien

Vitamin K2 wird von Bakterien produziert, die auch im menschlichen Darm leben. Bei guter Darmgesundheit dürfte dieser Weg einen signifikanten Beitrag zur Versorgung mit Vitamin K2 leisten. Dass dieser Weg allein ausreicht, um den Bedarf zu sichern, wird jedoch bezweifelt.

Bei gestörter Darmflora ist dieser Weg zudem möglicherweise stark beeinträchtigt, so dass viele Menschen Probleme haben dürften, ihren Bedarf auf diesem Wege zu decken. Bisher wird zum Thema Vitamin-K2-Mangel nur wenig Populations-Forschung betrieben, die bis dato existierenden Studien weisen jedoch bereits auf einen deutlichen Mangel an K2 in der westlichen Bevölkerung hin.

Als Ursache ist zu vermuten, dass die Darmgesundheit in den Industrienationen aufgrund ungesunder Ernährung, steriler Umgebung und dem übermäßigen Einsatz von Antibiotika in vielen Fällen gestört ist. Diese Menschen sind in der Folge darauf angewiesen, wenigstens einen Teil ihres Vitamin-K-Bedarfs über die Ernährung zu decken, was – wie oben stehende Tabelle zeigt – nicht unbedingt einfach ist. Besonders dann nicht, wenn man Milchprodukte aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen meidet.

Vitamin K2 und die Einnahme von Blutverdünnern

Menschen, die auf die Einnahme von Blutverdünnern (Antikoagulantien) angewiesen sind, sollten Vitamin-K-Präparate nur unter ärztlicher Aufsicht einnehmen.

Die blutverdünnenden Medikamente enthalten teilweise Wirkstoffe wie Cumarin, Phenprocoumon und Ethylbiscoumacetat – diese Wirkstoffe sind Vitamin-K-Antagonisten und hemmen die Aktivierung der Blutgerinnungsfaktoren durch eine Unterbrechung des Vitamin-K-Zyklus.

Durch die Einnahme von Vitamin K2 können diese Medikamente teilweise oder ganz unwirksam werden, wenn sie nicht richtig auf die K2-Spiegel eingestellt sind, weshalb in diesen Fällen Vorsicht geboten ist. Trotzdem ist es ratsam, auch während der Therapie mit Blutgerinnungshemmer Vitamin K2 einzunehmen. Durch die Blockierung des Vitamin-K2-Zyklus werden sonst alle wichtigen Funktionen des Vitamin K2 gehemmt, was zu Osteoporose, Arteriosklerose und vaskulärer Kalzifikation führen kann.

Quelle (Auszüge): http://www.vitamind.net/vitamin-k/

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